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Allgemein

HOCHSENSIBILITÄT – LAST ODER CHANCE?

Der Begriff „Hochsensibilität“ ist dir sicherlich geläufig. Wir können uns jedoch nicht so richtig hineinversetzen, was der Begriff überhaupt bedeutet. Ist das eine Eigenschaft eines besonders empfindlichen Menschen oder gar ein Symptom einer Krankheit? Ist das normal oder abnorm?

Es ist grundsätzlich nichts ungewöhnliches, auch wenn es für manche eine Belastung darstellt. Sensibilität ist etwas, das jeder von uns hat. Ob sie nun stärker oder weniger stark ausgeprägt, ist darin liegt der Unterschied. Manchmal lassen wir uns dazu hinreisen, zu sagen, die ist aber „überempfindlich“ Eine weitere Definition, wenn Menschen auf gewisse Dinge empfindsamer reagieren, als andere Menschen. Auch der Begriff Hypersensibilität deutet an, dass bestimmte Reize und Wahrnehmungen verstärkt verinnerlicht werden und die Reaktionen darauf sich auch intensiv zeigen.

Ungefähr 8-15% aller Menschen auf der Erde sind als hochsensibel einzustufen. Die Dunkelziffer ist allerdings nicht abzuschätzen, da die Forschung noch nicht soweit ist, um auf neurowissenschaftlicher Basis, eine allgemeine Definition und Zahl zu bestimmen.

Viele werden hier nicht erfasst, weil diese Menschen eine sehr große Belastung durch diese Eigenschaft erfahren. Sie wird als sehr störend wahrgenommen und endet nicht selten in emotionaler Instabilität, vermehrter Stressanfälligkeit und äusserst sich in schüchternen Verhalten und extremer Unsicherheit.

Hochsensibilität ist nicht gleich Hochsensibilität

Was sind denn nun die Ursachen von Hochsensibilität? Das kann uns die Forschung noch nicht eindeutig sagen. Hier könnten sowohl die Gene, als auch Ursachen in der Entwicklung der Psyche, Faktoren sein. Natürlich ist auch eine bestimmte Konstellation von verschiedenen Auslösern möglich.

Es gibt unterschiedliche Ausprägungen und Arten von Hochsensibilität. Auch die Bereiche sind differenziert. Währenddessen manche nur in verschiedenen Teilbereichen- oder einen Bereich hochsensibel reagieren, haben andere wiederum die Eigenschaft in vielen Bereichen hochsensible Menschen zu sein. Das sind dann die sogenannten Mischtypen.

Es lassen sich 3 Gruppen bilden, die ein grobes Unterscheidungsmerkmal zulassen:

  1. Die erste Gruppe fällt in den Bereich sensorischer Wahrnehmungen. Diese Gruppe empfindet Gerüche, Geräusche oder auch optische Wahrnehmungen als besonders stark. Auch komplexe Wahrnehmungen sind vorhanden und oftmals endet dies ganze in einer sehr belastenden Reizüberflutung.
  2. Die zweite Gruppe der Hochsensiblen betrifft den Bereich der Empathie und Hilfsbereitschaft. Mit dieser Eigenschaft gibt es oftmals ein Problem, weil das Umfeld und die vorhanden verschiedenen Stimmungen eine Überforderung darstellen. Auch können solche Menschen sehr schnell ausgenutzt werden.
  3. Die dritte Gruppe umfasst alle die Menschen, die eine hohe kognitive Fähigkeit besitzen. Sie haben viel Feingefühl für Situationen, und erkennen sehr schnell Lügen oder auch die Wahrheit. Sie besitzen auch einen starken Hang zur Logik und Analyse. Sie sind die perfekten Profiler. Probleme tauchen dann auf, wenn diese Menschen mit anderen Personen verbal in Kontakt treten müssen, die diese Eigenschaft nicht besitzen, weil sie nicht verstanden werden.

Eine Gabe die eine grosse Last werden kann

Hochsensible Menschen können ihre besondere Eigenschaft als Gabe empfinden, aber oftmals ist es eine Last. Besonders wenn Reizüberflutung hinzukommt, die durch die verstärkte Wahrnehmung zu Stande kommt. Es ist so, als wenn sich ständig ein Radio im Kopf befindet, das sich nicht abschalten lässt und wo alle Infos direkt geballt aufgenommen werden. Durch diese ständige Überforderung sind manche sehr schmerzempfindlich, jammern oder überfordern sich selbst mit einem stetigen Anspruch perfekt zu sein. Dadurch werden sie für ihre Umwelt zur Belastung und die anschliessende Ausgrenzung schafft ein weiteres ungutes Gefühl.

Hochsensibel zu sein, bedeutet aber auch eine sehr starke innere Kraft an Einfühlungsvermögen, Differenziertheit zu haben. Künstlerische Begabung und kreatives bildliches Denken sind weitere Merkmale, die auftreten können. Durch die vermehrte Wahrnehmung sind sie auch oft spirituell unterwegs. Leider können diese Gaben nicht immer positiv in Erscheinung treten, da das Unterbewusstsein tätig wird um einer Reizüberflutung vorzubeugen oder weil die Person viele Dinge unterdrückt, weil gesellschaftliche Ablehnung befürchtet wird.

Umgang mit der Gabe

Um die Belastung zu mindern, die manche der Hochsensiblen spüren, muss man sich im Klaren sein, dass es nicht möglich ist, die Hochsensibilität abzuschaffen oder herunterzufahren. Hier muss man den richtigen Umgang mit dieser Gabe lernen. Es ist weder krankhaft noch aussergewöhnlich hochsensibel zu sein. Erkennt man die Vorteile dieser Eigenschaft und weiß mit ihr umzugehen, kann dies durchaus eine Bereicherung sein, die wir nicht nur zum eigenen Vorteil nutzen können. Für manche Menschen sind Berater, die hochsensibel sind ein Segen und eine echte Lebenshilfe.

Da viele Hochsensible durch die höhere Wahrnehmungskraft auch spirituell wirken, sind sie oft im Bereich der Hellsicht zu finden. Hellsehen ist eine sehr deutlich ausgeprägte Eigenschaft bei diesem Personenkreis.

Wenn Hochsensible ein Problem mit ihrer Gabe haben, dann sollten sie die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen, der in diesem Bereich Erfahrung hat. Menschen im engeren Umkreis oder Familienangehörige besitzen nicht das Einfühlungsvermögen, außer sie wären selbst mit Hochsensibilität behaftet. Therapeuten helfen dem Problem auf die Sprünge, weil sie Wege aufzeigen, wie man der Reizüberflutung entgeht und wie man überflüssige Wahrnehmungen ausfiltern kann.

In der Regel sind diese Experten im therapeutischen Bereich selbst hochsensibel und können sich somit in die Probleme hineinversetzen, die diese Eigenschaft mit sich bringt. Die eigenen Erfahrungswerte des Therapeuten sind dabei extrem hilfreich und bieten einen Nutzen, der weit über ein einfaches Beratungsgespräch hinausgeht.