Schlafparalyse – wenn der Horror dich im Schlaf überfällt

Was ist eine Schlafparalyse?

«Mitten in der Nacht schrak ich auf!  Ich spürte ein grosses Gewicht auf meiner Brust. Es fühlte sich an, als ob sich jemand  auf mich drauf gesetzt hat. Ich war wie gelähmt und hatte keine Kraft mich zu wehren. Es war wie im Albtraum »

So und ähnlich erzählen mir immer wieder Ratsuchende über ihre nächtlichen Schreckerlebnisse. Solche Vorkommnisse können verschiedene Ursprünge haben. Eine der „harmloseren“ Ursachen für solche Vorkommnisse nennt man die Schlafparalyse.

Wie das Wort Paralyse schon sagt, hat dies etwas mit einer Lähmung zu tun. D.h. mit anderen Worten, jemand wird in einem Starrzustand gehalten. Lähmung, Ohnmacht und Angst, Atemnot und der auf der Brust lastende Druck sind die bezeichnenden Merkmale. Ein anderes besonderes Merkmal sind die visuellen Halluzinationen, welche beim Einschlafen oder beim Aufwachen auftreten können. 

Für uns ist das ein schrecklicher Gedanke, denn dieser Zustand macht Angst. Das Gefühl sich bei vollen Bewusstseinszustand nicht bewegen, ja sich nicht mal bemerkbar machen zu können und völlig hilflos zu sein, ist für jeden eine furchtbarer Fiktion. Zudem sieht man Gestalten, Schatten oder spürt unsichtbare Energien, welche einem die Luft abdrücken. So sind Panikattacken mit der Angst, dass das Atmungssystem versagt vorprogrammiert. Es kann auch sein, dass man aus einen „schrecklichen“ Traum herausgerissen wird, sich aber ein Teil des Gehirns noch im Traum befindet und so können auch die zum Teil schrecklichen Visionen erklärt werden

Wie eine Schlafparalyse entstehen kann

Die Schlafparalysen sind etwas ganz normales, die wir tagtäglich im Schlaf erleben. Diese Starrheit hat seinen Sinn. Im Traum erleben wir oft Situationen, die sich auf unsere Körperbewegungen auswirken. D.h. wir würden dann im Traum z.B. wild um uns schlagen, wenn nicht unser Gehirn einen Schutzmechanismus einbaut, der dies verhindert. In dem Fall schaltet das Gehirn alle Informationen ab, die normalerweise an die Gliedmaßen etc. weitergegeben werden und erhält nur das Atemsystem und die lebenswichtigen Reize aufrecht, damit unsere Organe weiter funktionieren können.

Dieser Mechanismus wird im Normalfall ausgeschaltet, wenn wir aufwachen, sprich man in die volle Bewusstseinsebene zurückkehrt.

Jedoch kann es passieren, dass die Abschaltung nicht funktioniert und wir noch einige Zeit in der Starre verharren, auch wenn wir schon aufgewacht sind. Dieser mit dem Fachausdruck genannte „Wachanfall“ dauert in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten. Wenn der Körper noch weiterschlafen will, schlafen wir wieder ein oder aber wir erhalten die Kontrolle über unsere Bewegungen wieder zurück.

Was eine Schlafparalyse auslöst

Schlafparalyse - Albräume die nicht enden wollenDie Schlafparalyse ist durch Studien gut erforscht. Die Ergebnisse von Studien zeigen, dass die Schlafparalyse ungefähr 20% der Menschen betrifft. Besonders betroffen sind Menschen, die einen gestörten Schlafrythmus haben oder an Narkolepsie leiden. Diese Schlafkrankheit verursacht mit dem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus, dass das Gehirn und der Körper in der Aufwachphase nicht syncron laufen. Es kann aber auch ohne Krankheitsbilder zu solchen Erscheinungen kommen, wenn wir auf natürlichen Wege im Schlafrhythmus gestört werden, z.B. bei Jetlag oder nach exzessiven Vorgängen wie Alkohol- oder Drogenkonsum.

Kann man etwas dagegen tun?

Wenn diese Paralysen nur kurzfristig oder selten auftreten und die betroffene Person nicht weiter belastet, weil sie damit umgehen kann, braucht man weiter nichts zu machen. Mit der Zeit lernt man, dass diese Schlafparalysen nicht gefährlich sind und der Wille sich zu bewegen bringt meistens auch den Erfolg und eliminiert die Starre.

Sollten jedoch diese Anfälle zu einem echten Problem werden, weil sie als sehr störend empfunden werden oder die Panikattacken zunehmen, sollte man sich in professionelle Hände begeben, die Erfahrung darin haben, Patienten mit solchen Problemen zu begleiten.

 

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